Tränen ohne Trauer (gebundenes Buch)

Nach der Erinnerungskultur
ISBN/EAN: 9783608982190
Sprache: Deutsch
Umfang: 272 S.
Format (T/L/B): 2.5 x 21 x 13.5 cm
Einband: gebundenes Buch
20,00 €
(inkl. MwSt.)
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
In den Warenkorb
Wie können wir uns von Hitler emanzipieren, ohne den Nationalsozialismus zu vergessen? Auf unsere Erinnerungskultur sind viele Deutsche stolz. Tatsächlich aber diente sie oft nur der eigenen Entlastung. Und sie hat unser Geschichtsbewusstsein verengt. Per Leo weitet es wieder, indem er den Blick öffnet: in die USA und zur DDR, nach Israel und Polen, zurück in eine unaufgeräumte Vergangenheit, nach vorne in ein unvollkommenes Einwanderungsland. Dieses radikale Buch verbindet eine Provokation mit einem Angebot. Es irritiert unseren Läuterungsstolz, und zugleich verlockt es zu einem frischen Blick auf die eigene Geschichte. Im Umgang mit dem Nationalsozialismus haben die Deutschen manches geleistet, sie sind aber auch vielen Illusionen erlegen. Heute droht eine Vergangenheit, die umso häufiger beschworen wird, je weniger man von ihr weiß, den Blick auf die Gegenwart zu verstellen. Migration und Wiedervereinigung haben unser Land so verändert, dass wir lernen müssen, anders auf uns selbst zu blicken. Weniger provinziell, weniger zwanghaft, weniger egozentrisch. Weltoffener, vielfältiger, neugieriger. Ein Leitmotiv, das uns dabei den Weg weisen könnte, ist für Leo das deutsch-jüdische Verhältnis. Wer bereit ist, die routinierte Betroffenheit über den Holocaust hinter sich zu lassen, wird auf eine verblüffende Vielfalt stoßen. Denn 'die Juden' gibt es nicht - und auch hierzulande kann man viel, viel mehr sein als bloß 'kein Nazi'.
Per Leo, geb. 1972, wurde mit einer Arbeit über die Geschichte des Antisemitismus in Deutschland promoviert. Sein Debütroman 'Flut und Boden' stand auf der Shortlist des Leipziger Buchpreises. Der von ihm mitverfasste Leitfaden 'Mit Rechten reden' löste eine intensive Debatte aus. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Leo lebt als freier Autor und Schatullen-Produzent in Berlin.
Wie können wir uns von Hitler emanzipieren, ohne den Nationalsozialismus zu vergessen?